Trägerin des 5. Literaturpreises der Stadt Koblenz ist Daniela Dröscher PDF Drucken E-Mail

Die Stadt Koblenz (Koblenz-Touristik) wird gemeinsam mit dem Freundeskreis der Universität in Koblenz und dem Freundeskreis des Theaters Koblenz den von der Koblenz-Touristik gestifteten 5. Koblenzer Literaturpreis am 04. März 2012 im Theater Koblenz verleihen. Trägerin der mit 13.000 Euro dotierten Auszeichnung ist die 34-jährige Autorin Daniela Dröscher für ihren Roman „Die Lichter des George Psalmanazar“. Der Koblenzer Literaturpreis wird alle drei Jahre, in 2012 zum fünften Mal, in Koblenz verliehen.

Bis zum 30. April 2011 konnten Wettbewerbsbeiträge, literarische Arbeiten aus
der oder über die Region Mittelrhein bei der Koblenz-Touristik eingereicht
werden. Die Koblenz-Touristik ist gemeinsam mit dem Freundeskreis der
Universität und dem Freundeskreis des Theaters Koblenz Träger der Initiative.
Partner des literarischen Wettstreits sind das Institut für Germanistik der
Universität in Koblenz und das Theater Koblenz.

Zahlreiche Anfragen und Bewerbungen schon im Vorfeld der Ausschreibunghaben bewiesen, dass sich das nördliche Rheinland-Pfalz mit dem KoblenzerLiteraturpreis in Sachen niveauvoller Gegenwartsliteratur einen Namen
gemacht hat und zu einem Eckpfeiler anspruchsvollen Schreibens geworden

ist. Hierauf weisen Prof. Dr. Helmut Schmiedt und Privatdozentin Dr. Helga Arend, Institut für Germanistik der Universität in Koblenz, hin. Die beiden Koblenzer Wissenschaftler, Spezialisten für jüngere und aktuelle Literatur, gehören zur hochkarätig, mit Persönlichkeiten aus der Landeskulturpolitik, der Publizistik und Wirtschaft besetzten Jury des alle drei Jahre vergebenen Koblenzer Literaturpreises.

Daniela Dröschers Romandebüt „Die Lichter des George Psalmanazar“ überzeugte die Jury. Schon der klangvolle Name des Protagonisten deutet auf die Faszination seiner Geschichte hin, die am Rande eines kleinen schottischen Küstendorfes seinen Anfang findet. Dies ist zugleich der Beginn der Missionierung eines Jungen, der seine neue Identität als Bewohner der Insel Formosa im London des 18. Jahrhunderts verkaufen soll: „Seine Fata hingegen solle er ruhig ein wenig ausschmücken. Ein Gott müsse her, ein Staat ein König, auch Tiere und Pflanzen seien erwünscht [...]. Putzig solle es auf Formosa zugehen, wenngleich nicht gar zu heidnisch. Weniger wild als bei den Indianern, doch wilder als bei den Schotten. Wenn es gelänge, erwartete ihn das Meer“, verspricht ihm der Bischof von Innes. So wie Daniela Dröscher es schafft, die Ambivalenzen und Gegensätze der Moderne fiktiv in das Phänomen des „Edlen Wilden“ zu projizieren und mit einer hoch künstlerischen, lautmalerischen und synästhetischen Sprache zu umkleiden, gelingt es letztendlich auch George, in seine Heimat, ans Meer, zurückzukehren.

Die Autorin lässt in intertextuellen Bezügen berühmte Gelehrte, Dichter, Politiker und Erfinder sprechen. Amüsant und doch glaubhaft konstruiert wirken die Gespräche in literarischen Clubs über die Neuheiten der Welt, Politik und Poesie, das Übel und das Schöne. Unterschiedliche Erkenntniswege, die in verschiedenen Variationen von den teilweise skurrilen Figuren beschritten werden, präsentiert der Roman ebenso wie die Motivkomplexe Licht und Wasser, die in allen möglichen Schattierungen erscheinen. Das Meer, blau und friedfertig für den einen, gefährlich und abstoßend für den anderen, bildet den Rahmen der Erzählung, Anfang und Ende der Unbeschwertheit, der die Schwermut inmitten der Geschichte umfasst.

Magisch und ernüchternd zugleich wirkt Dröschers auf vielerlei Ebenen origineller Roman, der seine Leser in eine Welt eintauchen lässt, die die Errungenschaften der Moderne in ein völlig neues Licht rücken – in die Lichter des George Psalmanazar. Einfallsreichtum, intellektuelle Spiele und Anspielungen sowie kraftvolle Bilderwelten dieses historischen Romans lassen die Welt des 18. Jahrhunderts neben erfundenen Paradieswelten lebendig werden.

Hochverdient also kann Daniela Dröscher am 4. März einen Preis entgegennehmen, der auch in Zukunft vergleichbare Ausnahmen der Gegenwartsliteratur zu würdigen und zu fördern weiß.

Der Literaturpreis wird im Rahmen der Literaturmatinee am 04. März, um 11 Uhr im Theater Koblenz verliehen. Ensemblemitglieder des Theaters Koblenz runden die Preisverleihung mit Wort und Musik ab. Karten zu 15,00 € sind im Vorverkauf in den Tourist-Infos der Koblenz-Touristik, bei der Buchhandlung Reuffel und Buchhandlung Heimes erhältlich.

Für Zuhörer, deren Hörvermögen vermindert ist, gibt es "GanzOHRPlätze". Es handelt sich dabei um eine begrenzte Anzahl von Plätzen im ­vorderen Bereich. Die Karten hierfür erhalten Sie bei: BECKER Hörakustik, Schloßstraße 25 (Hör-Haus), 56068 Koblenz, Tel.: 0261/35050 Zusätzlich stehen Ihnen Hörverstärker zur Verfügung, die auf allen Plätzen kostenfrei genutzt werden können.